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KlangFarbenRaum

Ausstellung im Rahmen der Ottobeurer Konzerte am 21. / 22. Juli 2018

31.10.2017 Helmut Voith, Friedrichshafen sz

Die Bilder lösen sich auf

Der Fotograf René Schrei zeigt in der VHS FN klassische und experimentelle Bilder

Foto Rene Schrei - Klangwolke
„Klangwolke“ von René Schrei – der Fotograf bearbeitet und verfremdet seine Bilder mit Software. „Klangwolke“ von René Schrei – der Fotograf bearbeitet und verfremdet seine Bilder mit Software. Foto: Helmut Voith

 

Wo gerade noch die hintergründigen Karikaturen von Peter Gaymann die Besucher im oberen Flur der VHS FN zum Schmunzeln gebracht haben, bestimmen seit Donnerstag experimentelle Großfotos des Ravensburger Fotografen René Schrei den Charakter der Flure.

Im ersten Obergeschoss ist der Bezug zur gewohnten Realität noch leicht zu erkennen, im zweiten Obergeschoss bestimmt die fraktale Fotografie durch elektronische Manipulation Formen und Farben.
„Das ist auch Fotografie“, sagt der Künstler-Fotograf und erklärt, dass allen Arbeiten – ob „classic“, „dynamisch“ oder „fractal“ – als Quelle ein Foto zugrundeliegt, analog oder digital aufgenommen, einige mit großformatiger Fachkamera. Alles Weitere geschieht bei den fraktalen Fotografien durch die Bearbeitung mit Photoshop, der bekanntesten Software für Bildbearbeitung. So wird daraus eine faszinierende, farbige Komposition aus sich elegant windenden, sich überlappenden Linien. Es erinnert etwas an einen Ölfilm, der auf Wasser schwimmt und weiche, surreale Formen bildet.
Ein Rausch der Farben kann sich entfalten, gedämpft oder stark expressiv, ganz nach dem Willen des Bearbeiters. Die Effekte, die Martha Hoepffner oder Irm Schoffers in Kressbronn in den 50er Jahren mit ihren lichtkinetischen, variochromatischen Objekten schufen, waren mathematisch berechenbar, eine Methode der experimentellen Fotografie, die dieses Medium in neue Richtungen führte, hochgelobt von den einen, abgelehnt von den anderen.
Damals wurde mit technischen und chemischen Verfahren experimentiert, heute geschieht die Bildbearbeitung durch Berechnung fotografischer Variablen, durch Eingreifen in die einzelnen Pixel, die sich neu ordnen und eine Auflösung des Bildes bewirken, dessen ursprüngliches Muster dennoch erkennbar bleibt, wie Titel wie „Rote Rose aus Blau“ oder „Mohnblüte“ oder „Wintersturm“ – ein sechs Meter breites Panorama – verraten.

Bei René Schrei wird keiner mehr wie damals die Bilder ablehnen und erst recht nicht bestreiten, dass er die Fotografie perfekt beherrscht. Das beweisen schon seine Bilder, die er 1994, als er in der VHS Fotokurse gab, ausgestellt hatte und jetzt noch einmal zeigt. Etwa die klassische Schwarzweißfotografie im Großformat vom Chorraum in Bad Schussenried oder das grandiose Landschaftsbild von der Hochebene am Dachstein. Faszinierend, dass hier auch keine Pixel, kein Rauschen den Gesamteindruck stören.

Übergänge zu einer neuen Art des Fotografierens sind die „dynamischen Bilder“ im ersten Obergeschoss, die die Forderung nach Bildschärfe und „richtiger“ Belichtung oder Farbe durchbrechen und mit Wischeffekten, etwa durch Zoomen bei der Aufnahme, mit gewollten Unschärfen Dynamik schaffen. Kein Foto in akkurater Schärfe vermag die Dynamik der Musik so treffend wiederzugeben wie René Schreis „Klangwolke“, eine Geigerin, deren Geige in Bildklänge zerfließt.

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